POTSDAMER TAGE
DER WISSENSCHAFTEN

Ask a Scientist

M.Sc. Hanna Wortmann

Mitschnitt des Live-Streams vom 8. Mai, 13:30 Uhr
Moderation: Thomas Prinzler

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

Video:

M.Sc. Hanna Wortmann

Forschungsbereich: Gesundheitspsychologie (Gesundes Essverhalten und Nahrungswahl)

Seit Abschluss ihres Psychologiestudiums in 2018 forscht Hanna Wortmann als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Beratungspsychologie der Universität Potsdam im NutriAct-Projekt “Food Choice – Nahrungsauswahl“. In dem Teilprojekt werden neurobiologische, psychologische und soziale Einflüsse auf die Nahrungsauswahl sowie die Rolle der Familie über verschiedene wissenschaftliche Disziplinen hinweg untersucht. Als Psychologin beschäftigt sich Hanna Wortmann auch mit der Frage, was ein gesundes Essverhalten ist, um darauf aufbauend passende Präventions- und Interventionsansätze für eine gesunde Ernährungsweise zu identifizieren und zu etablieren. In ihrer Doktorarbeit forscht Hanna Wortmann zur Food Neophilie, also der Bereitschaft, unbekannte und neue Lebensmittel auszuprobieren. Die Steigerung dieser Bereitschaft könnte eine vielversprechende Strategie darstellen, die Qualität der Ernährung langfristig zu verbessern und den gesundheitsschädlichen Folgen einer unzureichenden und einseitigen Ernährung vorzubeugen. Aufbauend auf der Validierung eines Messinstruments zur Erfassung der Food Neophilie untersucht Hanna Wortmann den Zusammenhang zur Ernährungsqualität und damit die Bedeutung der Food Neophilie im Kontext der Ernährungsprävention. Zudem erforscht sie, ob der Food Neophilie unbewusste Einstellungen gegenüber unbekannten Lebensmitteln zugrunde liegen.
Grundlage ihrer wissenschaftlichen Untersuchungen sind auch Daten aus der web-basierten NutriAct-Familienstudie. Sie versucht Antworten zu finden auf die Frage, welche gesundheitsorientierten Ernährungsweisen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren gut umgesetzt werden können. Mehr als 1000 Teilnehmende überwiegend aus dem Raum Berlin-Brandenburg konnten dafür gewonnen werden. Die Studie will auch klären, ob und wie sich die Nahrungsauswahl von der Kindheit bis in die derzeitige Partnerschaft verändert hat. Dafür wurden die Teilnehmenden, ein Paar sowie ein Geschwister, über Online-Fragebögen u. a. zu Essverhalten, körperlicher Aktivität und Lebensqualität befragt.
Die NutriAct–Familienstudie und das Projekt „Food Choice“ sind Teilprojekte des seit 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kompetenzclusters Ernährungsforschung NutriAct. Derzeit arbeiten im Verbundprojekt Partner aus 12 Forschungseinrichtungen und mehr als 20 Unternehmen in sechs Teilprojekten zusammen, um den Gesundheitsstatus der Bevölkerungsgruppe „50 plus“ zu verbessern.

Gestellte Fragen

Vom 12. April bis zum 5. Mai 2021 konnten auf den Seiten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Fragen gestellt werden, welche im Live-Stream am 8. und 9. Mai 2021 beantwortet wurden (zum Mitschnitt des Streams). Folgende Fragen wurden an gerichtet

:
 

13 Fragen

  1. Gibt es bereits eine Idee dazu, wie stark welche Einflußfaktoren auf die Neophilie einzahlen? Also eher genetische Faktoren, oder die Geschwister und deren Essverhalten, oder die Mutter und deren Essverhalten?

  2. Warum haben Sie sich für die Gesundheitspsychologie entschieden? War das ein von vornherein festgelegtes Ziel oder hat es sich so entwickelt?

  3. Liebe Frau Wortmann,

    ein sehr spannendes Forschungsthema! Wie genau lässt sich die Food Neophilie eigentlich messen?

  4. Hallo Frau Wortmann,

    Ich finde Ihr Forschungsthema sehr spannend und habe mich gefragt, ob es, nachdem Sie eine Ernährungsstrategie für 50 bis 70-jährige erstellt haben, auch anschließend irgendwie für eine Umsetzung sorgen, bzw. dafür, dass die entsprechende Zielgruppe auch von den von Ihnen empfohlenen Ernährungsinterventionen erfährt und profitiert…arbeiten Sie da mit Instituten (Kliniken, Beratungsstellen,…) zusammen oder entfällt das dann Ihrem Aufgabenbereich?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Aylin

  5. Warum gibt es keine Lebensmittel, die lecker und süß schmecken (nach Eis oder Schokolade), aber trotzdem gesund sind? Also eine Gurke, die aber nach Schokolade schmeckt oder ein Salat, der nach Eis schmeckt. Warum sind gesunde Sachen meist nicht so lecker und ungesunde so süß?

    Leo, 11 Jahre, AWO Grundschule Marie Juchasz

  6. Kann Marketing Menschen, die eher nicht zur Food Neophilie neigen, erfolgreich zum ausprobieren neuer Lebensmittel bringen?

  7. Gibt es einen Unterschied in Definition von „gesundem Essverhalten“ in der Psychologie von dem in den Ernährungswissenschaften und wie grenzen sich diese Definitionen voneinander ab?

  8. Können sie etwas mehr über die unbewussten Einstellungen gegenüber unbekannten Lebensmitteln sagen? Was kann damit gemeint sein?

    Sind solch unbewusste Einstellungen veränderlich, z.B. im Laufe des Lebens?

  9. Was sind Methoden um die Ausprägung der Food Neophilie zu steigern?

  10. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Ausprägung der Food Neophilie und dem Alter?

  11. Welcher Kriterien bedienen sich (erwachsene) Menschen bei der Auswahl ihrer Nahrung und wie stark werden diese jeweils gewichtet?

  12. Anknüpfend an Robert Wortmann: Ebenso interessant sind vielleicht auch Unterschiede zwischen den Wohnorten (Land: z.B. Brandenburg) und Stadt (Berlin) – gibt es dazu Ergebnisse?
    Wie wird die implizite Einstellung bei Ihnen gemessen?

  13. Wurde auch ein Unterschied in der Bereitschaft neue Lebensmittel auszuprobieren zwischen deutschen und nicht-deutschen Teilnehmern festgestellt?

Eine Frage stellen