POTSDAMER TAGE
DER WISSENSCHAFTEN

Ask a Scientist

Prof. Dr. Johan Lilliestam

Mitschnitt des Live-Streams vom 8. Mai, 15:30 Uhr
Moderation: Thomas Prinzler

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Prof. Dr. Johan Lilliestam

Forschungsbereich: Dynamik der Energiewende

Prof. Dr. Johan Lilliestam leitet die Gruppe Dynamik der Energiewende am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam. Zugleich ist er Professor für Energiepolitik an der Universität Potsdam. In seiner Forschung untersucht er politische Strategien, Richtlinien und Instrumente für einen Umbau zu einem komplett erneuerbaren Energiesystem. Dabei interessieren ihn vor allem die Interaktionen zwischen verschiedenen politischen Richtlinien und den angestrebten Zielen. Seine Arbeit wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) unterstützt.

Zuvor war er bis 2019 Assistenzprofessor und Vorsteher der Forschungsgruppe Politik der erneuerbaren Energien am Institut für Umweltentscheidungen an der ETH Zürich, Schweiz. Bis dahin war er Oberassistent in der Gruppe Klimaschutz und -anpassung ebenfalls an der ETH Zürich.

Er promovierte am Departement für Environmental Science and Policy an der Central European University in Budapest, Ungarn, in 2013. Zwischen 2007 und 2013 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und 2009 bis 2013 am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg, Österreich.

Gestellte Fragen

Vom 12. April bis zum 5. Mai 2021 konnten auf den Seiten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Fragen gestellt werden, welche im Live-Stream am 8. und 9. Mai 2021 beantwortet wurden (zum Mitschnitt des Streams). Folgende Fragen wurden an gerichtet

:
 

9 Fragen

  1. Was muss die Stadt Potsdam tun, um so schnell wie möglich auf Null-Emissionen zu kommen? Einige Städte in Deutschland haben sich da 2030 zum Ziel gesetzt.

  2. 1. Die Grünen wollen, dass die letzten Kohlekraftwerke 2030 vom Netz gehen. Hat Deutschland bis dahin genügend Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energien?
    2. Wann kann man realistisch damit rechnen, dass Deutschland klimaneutral sein wird?

  3. Welche Maßnahmen müssten noch von der deutschen Regierung auf dem Weg gebracht werden, um das gesetzte Ziel der Erderwärmung auf unter zwei Grad zu drücken? Welche Fördermittel halten sie für notwendig oder hilfreich, um den Energiewende rechtzeitig abgeschlossen zu haben?

  4. Die Frage nach einer CO2-Bepreisung: Gibt es einen Unterschied in der Steuerungswirkung einer CO2-Steuer im Vergleich zum Emissionshandel? Letzterer hat nicht so gut funktioniert weil die Preise zu niedrig waren – oder hat es auch andere Gründe und eine Steuer würde bessere Effekte erzielen? Warum hat man sich für ein ETS entschieden? Ist das noch veränderbar? Was sind Alternativen zur CO2 Bepreisung?

  5. Was genau kann ein CO2-Preis eigentlich bewirken? Inwieweit hilft das denn dem Ziel bis 2050 auf Netto Null zu kommen – oder was genau ist Ihr Vorschlag aufgrund der aktuellen Forschungslage? Bzw. welche Register müssten Politiker ziehen, damit es ein sinnvolles Instrument ist und eben nicht ein zahnloser Tiger?

  6. Sie sagen, dass die CO2-Steuern bzw. der CO2-Handel keine Investitionen in Innovationen angestoßen habe. Liegt es daran, dass die Abgaben zu niedrig sind?

  7. In Ihrem Interview erklären Sie die CO2-Bepreisung und das wir – idealerweise – bis 2050 bei den CO2-Emissionen auf null kommen. Sehen Sie das nicht zu idealistisch? Die Bepreisung von 25 € mit der schrittweisen Erhöhung bis 2025 auf ca. 55 € erscheint mir eher zu niedrig, um genügend Anreize zu setzten, Emissionen einzusparen.

  8. Laut Statistischem Bundesamt wurde 2018 die Hälfte Deutschlands landwirtschaftlich genutzt, während 14% Siedlungs- und Verkehrsflächen und 30% Waldstandorte darstellten. Inwieweit ist es vorstellbar, dass Deutschland zukünftig seinen stark ansteigenden Energiebedarf (aufgrund von z.B. ubiquitärer Digitalisierung und umfassender Elektrifizierung in Industrie und Transport) selbstständig durch erneuerbare Energien decken kann, wo der Ausbau doch in Konkurrenz mit Naturgebieten und landwirtschaftlich genutzten Flächen steht? Widersprechen sich regionaler Natur- und Artenschutz, ein steigender Energiebedarf und der Versuch, diesen CO2-neutral zu gewährleisten, nicht gegenseitig?

  9. Beim Thema Klimaschutz und Energiewende werden viele Anforderungen an die Politik und an Großkonzerne gestellt. In wie fern können vielleicht aber auch Startups und kleinere Unternehmen ihren wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten?

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